{"id":182,"date":"2006-05-25T05:00:48","date_gmt":"2006-05-25T03:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/?p=182"},"modified":"2020-11-29T20:42:37","modified_gmt":"2020-11-29T19:42:37","slug":"boracay-philippinen-juni-2006","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/?p=182","title":{"rendered":"Boracay, Philippinen &#8211; Juni 2006"},"content":{"rendered":"<!--themify-builder:block-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":71,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[56],"tags":[59,57,62,61,58,26,60],"class_list":["post-182","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-56","tag-59","tag-boracay","tag-faris","tag-hana","tag-juni","tag-philippinen","tag-viola","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"builder_content":"<p>Boracay\/Philippines vom 25. Mai bis 5. Juni 2006<br \/>Auf eine Art ging dieser Reise eine verdammt lange Planungszeit vorraus: Schon in den Herbstferien 2005<br \/>sollte eine Reise in die asiatischen Tropem mit unseren Kindern anstehen....es gab aber dann damals<br \/>Gruende, ein anderes warmes Ziel zu waehlen: Dubai. Aber nun ist es endlich soweit, gemeinsam mit den<br \/>Kindern die Tropen mit ihrer Vegetation und ihrem feuchtwarmen Klima zu besuchen.<br \/>Bei der Abreise bleibt meine Uhr stehen. Die Batterie ist leer, und mein Kollege, Dimitry meint das sei das<br \/>richtige Zeichen fuer den Urlaub.<br \/>Fliege allein von Seoul, wo ich z Z von Thyssen aus stationiert bin, Standby nach Manila. 4 Stunden Flug.<br \/>Ankunft. Rita und die Kids (Faris, Hana und Viola), die von Deutschland aus eingeflogen und schon seit<br \/>ein paar Stunden dort sind, schlafen schon im Luxus des Shangri-La Manila. Die richtige Art, in<br \/>Suedostasien anzukommen: Luxus und Schoenheit pur. Kuerzlich las ich das Buch \u201eMastercode\u201c eine<br \/>Zukunftsvision in der u.a. eine dreigeteilte Menschheit beschrieben wird. Dreigeteilt nach bettelarm und<br \/>arm, weil abhaengig und superreich und damit unabhaengig. Na ja, der Gegensatz zwischen dem<br \/>Taxifahrer und den Gaesten des Hotels zeigt mir, dass wir schon mitten drin sind in der als Vision<br \/>beschriebenen Zeit.<\/p><p><\/p><p>Rita empfaengt mich liebevoll und sichtlich erfreut....denkt sogar an meinen Geburtstag.<br \/>Samstag frueh: All sind putzmunter und wohlgelaunt \u2013 darueber bin ich ueberrascht angesichts der<br \/>Zeitversiebung nach Deutschland. Aber das Umfeld und die Umgebung tragen wohl dazu bei. Waerme,<br \/>Sonne und das viele Gruen, die trotz der Hochhaeuser um das Hotel herum durch das Fenster zu riechen,<br \/>zu spueren und zu sehen sind.<br \/>Wir koennten noch am gleichen Tag einen flug nach Calipo kreigen...Sollen wir? Abstimmung! Mein Sorge,<br \/>dass es bei drei Kindern drei Meinungen gibt, ist unbeggruendet: Faris haelt sich raus, Hana und Viola wie <br \/>aus der Pistole geschossen....ja, heute noch!<br \/>Also Tickets kaufen und Hotel Swimmingpool noch ausprobieren. Viola und ich machen eine schoene<br \/>Vater-Tochter-Shopping-Runde. Dann packen wir unsere sieben Sachen: Fuenf Leute, sieben Rucksaecke<br \/>und eine Umhaengetasche. No Problem, und ab nach Manila Domestic Airport. Chaos pur: Ich frage mich,<br \/>ob und wo wir unsere sieben und eine Sache wiederfinden werden.<br \/>Eine Stunde Flug mit Propellermaschine, das Flugzeug zur Haelfte mit Koreanern besetzt, unter uns Meer,<br \/>Inseln, umrahmt von tuerkisblauem Wasser, tropische Gewitterwolken. Spannende Sache.<br \/>Landeanflug...Rita sieht irgendwo die Piste...Sie meint trocken, der Pilot habe sowohl am Anfang wie am<br \/>Ende der Piste wenig Platz. Oha! Es geht flach ueber den Dschungel, rechts sehen wir Boracay liegen,<br \/>dann ploetzlich dreht der Pilot scharf nach rechts und drueckt dabei die Maschine nach unten ... Ich habe<br \/>den Eindruck, wir streifen die Palmen, links und rechts Wald, wir fliegen mitten im Wald (!) , dann<br \/>nochmals 30\/40 m steil nach unten und....Landung.<br \/>Wir kommen uns vor wie in einem der James Bond Filme, wenn 007 \"in the Middle of Nowhere\" an einem<br \/>Gaengsterunterschlupfflughafen ankommt.<br \/>Vom Flughafen geht es mit Trycycles (so eine Art Motorrad mit Beiwagen) zum Hafen. Dort mit der Faehre<br \/>nach Borcay. Aber ganz so schnell und einfach geht es dann doch nicht. Es ist Ebbe und die Faehre, ein<br \/>einbaumaehnliches Boot mit zwei Seitenauslegern aus Bambus zur Stailisierung, kann nicht bis an den Kai<br \/>fahren bei dem niedrigen Wasserstand. Also ein ziemlich gefaehrlicher Eisntieg in kleine, etwa 8 m lange<br \/>Holzboote, dann schieben Maenner, etwa bis zur Brust im Wasser watend, diese Kaehne 20 m raus zur<br \/>eigentlichen Faehre. Der Umstieg wird mit den schweren Ruecksaecken auch wieder abenteuerlich. Die<br \/>Rucksaecke landen auf dem Dach der Faehre und wieder frage ich mich, ob die nachher wohl alle noch<br \/>da sind. Sind sie!<br \/>20 min Fahrt (ich haette mit mehr gerechnet). Ankunft im Hafen...halt, wo ist hier ein Hafen?<br \/>Die Faehre haelt am Strand! Kein Steg, kein Kai! Durchs klare Wasser watend geht\u2019s ans trockene Ufer.<br \/>Weisser Korallensand, Korallenstuecke in weiss, rot und blau. Kleine Hotels und Haeuser stehen direkt am<br \/>Strand. Kokospalmen, die zum Wasser geneigt am Ufer stehen. Es ist wie im Bilderbuch - nur schoener<br \/>und echt! Aber wo sollen wir hin?<br \/>Alle, die uns bisher angequatscht haben und beraten wollten, sind abgeblitzt. Wir wollen uns ja nicht<br \/>ueber's Ohr hauen lassen! Zwei aeltere Damen, sagen wir mal Klasse Oma mit Enkelkind auf dem Arm,<br \/>sprechen uns an. Eine der beiden hat (angeblich) eine eigene Pension, sei aber (angeblich) ausgebucht,<br \/>aber sie habe eine Idee....nachdem wir ihnen was von \u201enative living\u201c erzaehlt hatten.<br \/>Sie bringt uns zu einem \u201eResort\u201c am Strand, Bambus- und Kokoshuetten \u2013 erinnert an das Kuda Laut in<br \/>Pela Buhan Ratu auf Java in Indonesien, wo Rita und ich vor ein paar Jahren waren. Die Huetten nicht<br \/>ganz so schoen, aber genauso romantisch. Anyway, wir bleiben, wo sollen wir auch hin so kurz vor<br \/>Sonnenuntergang, der so nahe am Aequator rasch und fast ohne Daemmerung vonstatten geht!<br \/>Von wegen Beschaulichkeit! Hier ist richtig Leben, ein reges Flanieren entlang der Strandsandwege. Das<br \/>Volk ist unterwegs, allein, es sind wenig Auslaender. Die Restaurants und Bars ziemlich leer. Ob die<br \/>Geschaefte machen? Abendessen am Strand, abseits vom Trubel, ja dort am Ende des Strandes war es<br \/>sehr ruhig. Das richtige fuer mich!<br \/>Sonntag, 28.5.06<br \/>Nach einer Nacht voller Geraeusche, dem Klickklack der Geckos, dem Knattern der Mopeds und<br \/>Motorboote, dem Summen der Schnaken im Ohr und gegen Morgen dem Hahnengeschrei \u2013 nicht einer,<br \/>nein, hunderte und dauernd und um die Wette, nach schweisstriefendem Nichtschlaf stehen um 06:00<br \/>Hana und Fufu vor unserem Bett \u2013 Morgendaemmerung! \u2013 und fragen nach dem Badezeug!!!!<br \/>Sie gehen ins Meer \u2013 jetzt weiss ich, weshalb man eingentlich nicht direkt am Strand wohnen sollte: Weil<br \/>Kinder dann nicht mehr schlafen koennen und baden wollen, und weil Mamas sich dann Sorgen machen,<br \/>dass die Kinder von Boesewichten entfuehrt werden koennten und dann auch nicht mehr im Bett liegen<br \/>koennen und somit die Ehemaenner auch nicht.<br \/>Also \u2013 ohne Vorwurf \u2013 wer steht auf? Ich! Rita wollte ja, aber es ist so einsam ohne sie im Bett, also bin<br \/>ich... Es ist frisch draussen, obwohl vermutlich doch so 25 Grad, das Wasser ist glasklar, Hana ist es<br \/>irgendwie doch unheimlich, und sie draengelt nach Hause. Irgendwie ist es halt doch ungemuetlich um<br \/>diese Zeit. Sage ihr, sie soll nochmal zu Mama ins Bett kriechen...Ich gehe mit Fufu am Strand entlang.<br \/>Allerlei Sammelsurium hat es nachts angschwemmt. Knallrote und blaue Korallenstuecke. Hab ich noch<br \/>nie vorher gesehen. Ach ja, und die vielen herrenlosen Hunde haben naechtens auch was fallen lassen.<br \/>(Zwei Stunden spaeter allerdings ist der Strand davon wieder befreit!).<br \/>Nach dem Fruehstueck machen wir uns zu fuenft auf den Weg, die Insel zu umrunden. White Beach ist 3<br \/>oder 4 km lang, immer wieder springen wir ins Wasser und ab und zu schauen wir auf dem Weg ein<br \/>anderes Hotel an. Irgendwie scheinen alle die dunklen Bambushuetten gegen ein helleres Hotelzimmer<br \/>tauschen zu wollen.<br \/>Brauchen fuer die 4 km bis zum Ende des Strandes etwa 4 oder 5 Stunden. Unterwegs Sandburgen,<br \/>Uhrenverkaeufer, Hunderte Bootsfuehrer, die Islandhopping, Segeln oder Bananenbootfahrten anbieten.<br \/>Gegen Nachmittag findet Rita ein nettes Hotel direkt am Strand, das unsere Behausung werden koennte.<br \/>Wird klar gemacht fuer den naechsten Tag. Dann mit einem \u201eDreirad\u201c ueber die Bergkuppe an die<br \/>Westspitze der Insel. Das Moped hat Probleme, uns fuenf Europaeer den Berg hoch zu transportieren. Am<br \/>Gipfel angekommen, muss unser Fahrer zunaechst mal tanken \u2013 aus der Cola Flasche kippt er seine<br \/>Mischung in den Tank.<\/p><p>Es geht weiter durch die Doerfer. Alte, Kinder, Hunde, Schweine...alles rennt auf der Strasse rum. Wenn<br \/>nicht ueberall so ein Dreck waere, wuerde man es als Idylle bezeichnen. Die Vegetation tropisch,<br \/>Mangobaeume, Bananenbaeume mit Fruechten,....<br \/>Und dann: Vor uns liegt ein leuchtend w e i s s e r Strand mit diamantklarem Wasser. Von hell- bis<br \/>tiefblau, tuerkisfarbene Schattierungen \u2013 ein echtes Paradies. Da muessen wir wieder hin!<\/p><p>Der Dreiradfahrer wartet auf uns. Nachdem wir alle mal ins Wasser gehuepft sind, gehts zurueck. Lassen<br \/>uns an der Rueckseite der Insel absetzen. Weniger Tourismus, Strand etwas weniger gepflegt, es gibt auf<br \/>dieser Seite Seegras im Wasser und entsprechend liegt Seegras am Strand. Diese Seite der Insel ist<br \/>bevoelkert von Einheimischen, wieder die obligatorischen Hunde und Unmengen von Kindern, die sich am<br \/>Strand vergnuegen, Erwachsene, die in der Sonne doesen.<\/p><p>Einer erkennt uns als Deutsche und begruesst uns mit \u201eServus\u201c. Wir sind perplex. Erinnert mich an mein<br \/>Erlebnis in Amman, als mich einst einer mit \u201egoede middag\u201c begruesste.<br \/>Irgendwann, im hinteren Teil der Bucht, sitzt ein Fischer am Rande des Waldes und flickt sein Netz.<br \/>Vor ihm liegen eine oder zwei Haendevoll kleine Fische zum Trocknen. Wir kommen mit ihm ins<br \/>Gespraech \u2013 recht holprig, weil er kaum Englisch spricht. Er ruft in den Wald und seine \u201eFru\u201c kommt. Sie<br \/>spricht Englisch, hat noch einen Schneidezahn im Mund, erzaehlt, dass sie hier vom Fischfang leben. Ihr<br \/>Mann faehrt zweimal am Tag raus. Den Fisch verkaufen sie an die Restaurants am White Beach (andere<br \/>Seite der Insel). Tja...wenn man das zuhause liest, dann hoert sich das an wie natuerliches, idyllisches<br \/>Leben, aber... Rita moechte hier wieder mal nicht \u201etot ueber dem Zaun haengen\u201c. Heute versteh ich\u2019s<br \/>sogar. Die Huette der Fischerleute steht direkt hinter der ersten Baumreihe im Wald und ist vom Strand<br \/>nicht sichtbar, so dicht ist die Vegetation. Dahinter dunkel, vermutlich kein Strom, modrig, meuchelig,<br \/>klebriger Boden, Malaria....not an easy life.<br \/>Die Frau erzaehlt von ihrer 19- oder 20-jaehrigen Tochter, die im Dorf mit ihrem Mann arbeitet...in irgend<br \/>einem Haushalt. \"She has a good job, 3000 pesos a month with free food\". 50 Euro, vermutlich fuer beide<br \/>\u2013 Mann und Frau. Die Alte sieht aus wie 70, angesichts einer 20 jaehrigen Tochter ist sie wohl aber erst 40<br \/>Jahre alt. Aber sie ist gluecklich, dass sie ihre Tochter \u201ein good hands\u201c weiss.<br \/>Wenn man so etwas hoert, dann relativiert sich so manches. Auch der Preis fur unsere beide Hotelzimmer<br \/>in Manila. Immerhin 420 Euro pro Nacht. 8 Monatsloehne der Tochter fuer eine Nacht. Da schaemt man<br \/>sich.<br \/>Wir wandern weiter. Die Kueste...ach was... Bilder anschauen. Es ist einfach nicht zu beschreiben.<br \/>So langsam geht uns die Kraft aus, wir machen uns auf den Rueckweg, quer durch die Insel \u2013 ist ja nur ein<br \/>Kilometer. Kleiner Trampelpfad, der immer enger und matschiger wird. Ingendwann geht es vorbei an<br \/>ekligen, dreckigen und modrigen Ecken. Dort stehen vereinzelt sogar noch Huetten, manche auf Stelzen<br \/>im brackigen Wasser, von drinnen Stimmen, also leben dort Menschen. Man kann es nicht beschreiben.<br \/>Die muessen alle Malaria haben. Wir kehren um, nehmen eine andere Abzweigung. Besser...aber wenig<br \/>besser, vorbei an mangrovenartiger Vegetation, wieder meuchelig, dunkel...Huetten und Menschen und<br \/>Schweine mittendrin.<\/p><p>Endlich hoeren wir Dorfgeraeusche, kaufen Mangos und eine Melone, die wir hinterher auf der Terrasse<br \/>geniessen. Rita und Fufu fallen ins Koma, er in der Haengematte, sie auf der Liege.<br \/>Der Tag war wohl lang und anstrengend, aber wir haben viel entdeckt an diesem Tag, der frueh morgens<br \/>um 06:00 mit einem Bad im Meer anfing.<br \/>Montag 29.5.2006<br \/>Heute ist Tauchen angesagt. Fuer Rita zumindest. Wir duerfen mit zum Schnorcheln, haben je keinen<br \/>Tauchschein. Allein die 20-minuetige Fahrt mit dem Boot ist ein Erlebnis! Tuerkisblau, ... na ja, ich<br \/>wiederhole mich.<br \/>Tauchen: Rita berichtet von wenigen Fischen, aber nie gesehenem, klarem Wasser.<br \/>Schnorcheln: auch wenige Fische, die Kids sind schnell wieder ins Boot, irgendwie war die Tiefe dann<br \/>doch beaengstigend. Glasklares Wasser. Korallenfelder voellig zerstoert(?).<br \/>Spaeeter erfahren wir, dass Bootsanker, die ruecksichtslos in die Korallen geworfen werden, diese<br \/>zerstoeren....und wie kann es anders sein: Koreaner, die Schnelkurse im Tauchen machen, sich mit Blei<br \/>vollhaengen, auf den Boden plumpsen, ueber den Boden stapfen. Zum Auftachen blasen Sie die Weste<br \/>auf und schweben oder schiessen nach oben.<br \/>Rueckfahrt vom Tauchplatz: Regen ueber Panay, der Nachbarinsel, auf der wir mit dem Flieger gelandet<br \/>sind \u2013 ein Schauspiel, das wir die ganze Woche erleben werden: Ueber dem Dschungel der Insel Panay<br \/>geht der taegliche Regen runter. Das ist der Kreislauf.<br \/>Umzug zu Willy\u2019s Resort: Wir wandern, das Gepaeck faehrt. Das Hotel im Vergleich zu den dunklen<br \/>Huetten...kein schlechter Tausch.<br \/>Anschliessend wandern wir am Strand an der Felskueste entlang. Malerische Buchten. Haeuser in die<br \/>Felsen gebaut.<br \/>Einer der Bewohner, hinterher stellt sich heraus, dass er quasi der Hausmeister ist (Roy) laedt uns ein, die<br \/>Haeuser zu besichtigen. Schade \u2013 es gibt keine Fotos. Eine Mischung aus gemuetlich eingerichteter<br \/>Hoehle, davor gebautes Haus (Robinson Cruseo koennte so gehaust haben). Wie ueberall, ist es auch<br \/>hier meuchelig. Auf dem Rueckweg sehen wir Kinder die im seichten Wasser Plattfische fangen oder<br \/>Wattwuermer als Koeder ausgraben.<br \/>Abends: Essen am Strand. Touristengetuemmel, schoene Musik, alle geniessen es sehr, auch ich, obwohl<br \/>ich wohl an diesem Abend sehr nachdenklich bin, rede kaum, weiss nicht mehr was mir durch den Kopf<br \/>ging....sitzen bis Mitternacht.<br \/>Dienstag 30.5.2006<br \/>Wollen an die weisse Puka-Bucht, wo wir gestern mit dem Dreirad waren - zum Schnorcheln. Muessen<br \/>noch Masken fuer Rita, Viola und mich beschaffen. Alle Mann los in der Vormittagshitze. Enden in einer<br \/>Tauchbasis, die ein Oesterreicher betreibt...und da entscheidet sich\u2019s. Ab morgen ist fuer Viola und mich <br \/>Tauchkurs angesagt.<br \/>Dann zur Bucht. Statt Dreirad nehmen wir ein Boot. Herrliche Fahrt...siehe Bilder. Unbeschreibliches<br \/>Wasser. \u201eKleine Nadelstiche\u201c auf der Haut, scheinen kleine nahezu unsichtbare Quallen im Wasser zu sein.<br \/>Wieder wenig Fisch. Mittagessen in einer \u201enative\u201c Kneipe, die der Bootsfuehrer empfiehlt, gehoert seiner<br \/>Tante (auntie).<br \/>Auf der einen Seite der Bucht ist Fels, der direkt ins Wasser geht. Nach dem Essen gehen wir die andere<br \/>Seite entlang: Strand, Palmenhain, dahinter Tropenwald. Ich sehe einen Fussweg durch den Wald und<br \/>moechte hinein laufen, aber ein Guard haelt mch auf: Private Property \u2013 wieder der Gedanke an Master<br \/>Code und seine \u201eGeschuetzten Zonen\u201c. Der Guard sagt mir, dass es noch Affen im Wald gibt. Und<br \/>Schlangen, aber das verschweige ich besser Viola.<br \/>Gehen auf dem Rueckweg noch ein Stueck zu Fuss, bevor wir ein Dreirad nehmen. Der Dreiradfahrer<br \/>direkt am Strand wollte einen Wucherpreis.Gott sei Dank, denn dadurch haben wir uns entschlossen ein<br \/>Stueck zu Fuss zu gehen und Dorfstimmung zu schnuppern. Beschliessen, den Weg anderswann mal zu<br \/>Fuss zu gehen.<br \/>Abendessen im Hotel, sind zu muede noch rauszugehen. Zur Happy Hour das mittlerweile uebliche San<br \/>Miguel light.<br \/>31.5.2006<br \/>Was Josef vorher kurz erwaehnte: Ueber Boracay jeden Tag schoenstes Wetter, ueber Panay immer<br \/>Gewitterwolken und Regenvorhaenge. Dramatisch anzusehen. Abends blitzt es endlos. In<br \/>entgegengesetzter Richtung, im Westen, wunderschoene Sonnenuntergaenge, dramatische<br \/>Veraenderungen am Himmel. <br \/>Das Wasser ist morgens an der Hotelterrasse, abends um ca 60-70 m zurueck gewichen. Noch ein<br \/>Einschub von Viola: Wir trinken staendig die leckersten, frisch gepressten Shakes und Saefte: Mango,<br \/>Wassermelone, Banana, Papaya, etc. So lecker! Auch das Essen ist sehr nett. Es gibt normal-westliches,<br \/>aber auch viel Exotisches.<br \/>Unser Fruehsteuck beim \u201eAngol\u201c, der ersten Unterkunft, war netter. Denn dort mussten wir uns jeden Tag<br \/>was Neues suchen. Im Willy\u2019s gibt es Fruehstueck incl., ist ok...<br \/>Nach dem Fruehstueck direkt zur Tauchbasis. Josef und Viola tun mir leid, weil sie nun drinnen hocken<br \/>und sich die Theorie anhoeren muessen. Die Kids und ich machen uns auf Richtung \u201eWhite Beach Divers\u201c,<br \/>wo ich 2 Tage vorher meinen Tauchschein liegen lassen habe. Schnorcheln durch das seichte Wasser,<br \/>warm und klar; es gibt Grundeln und fast transparente, sandfarbenen Fische. Mann hoert immer wieder<br \/>Bootsmotoren und muss auftauchen um zu sehen, wo die sind. Die Kinder geben irgendwann auf und<br \/>gehen zurueck. Ich schnorchle weiter, hole meinen Schein. Die kaltschnaeuzige Diver-Masterin hofft<br \/>immer noch, dass wir kommen, um bei ihnen zu tauchen. Als ich zurueck bin, sind Josef und Viola eben<br \/>mit der Theorie am Ende, wurden nun von Christian ausgeruestet und ab gings ins Meer, wo die beiden in<br \/>halstiefem Wasser ihre \u201econfined water sessions\u201c machen. Sie machen das so gut und flott, dass Christian<br \/>gleich weiter macht. Die Kids und ich haben aus gebuehrender Entfernung zugeschaut und ansonsten<br \/>heute fast acht Stunden am Stueck geplanscht.<br \/>Vor dem Essen gehen Josef und ich noch auf die Strasse, die einzige, die es gibt. Lassen uns von einem<br \/>Dreirad ein Stueck bringen um dann zurueck zu laufen und ein wenig \u201clocal air\u201c zu atmen: so muss es<br \/>wohl bei uns bis ca 1800 auf dem Land gewesen sein. Keine befestigten Strassen, die Hauser: Huetten<br \/>aus Bambus und Plamblaettern, dazwischen ueppige Vegetation, die Pflanzen, die bei uns in Kuebeln im<br \/>Wohnzimmer stehen hier als riesige Baeume, Schweine an Baeume gebunden, frei laufende Huehner,<br \/>ebenso frei laufene Hunde, Enten und Kinder...vieles erinnert an Indoniesen, Palabuhan Ratu. Laufen im<br \/>Bogen zurueck, gehen im Jony\u2019s essen.<br \/>Rita und ich hatten noch einen ganz schoenen, einsamen Abend am Strand. Aussergewoehlich klarer<br \/>Sternenhimmel der (fast) suedlichen Hemisphaere! Betrachten, sinnieren und traeumen. Das einzige<br \/>Sternzeichen, das wir kannten, ist der Grosse Wagen, ganz knapp ueber dem noerdlichen Himmel. Der<br \/>Nordstern ist nicht zu sehen, ist wohl hinter dem Horizont, auf jeden Fall hinter dem Palmenwald.<br \/>Ueber Panay ist Gewitter, alle zwei Sekunden gewaltige Blitze, die den Himmel dramatisch erleuchten.<br \/>Sinnieren ueber die freigesetzte Energie - ich denke mal mindestens die Kraft von 2 oder 3 KKWs. 2<br \/>Sternschnuppen. Aus der geplanten halben Stunde wird eine grandiose Nacht!<br \/>Donnerstag 1.6.06<br \/>Heute ist Teil 2 des Tauchkurses angesagt. Unchristlich um 09:30 treffen wir uns bei Christian. Noch einige<br \/>Uebungen im flachen Wassen und dann aufs Boot und raus.<br \/>Als das ganze Geraffel (ein Rita-Wort?) dran ist \u2013 Rolle rueckwaerts ins Wasser \u2013 geht leichter als ich<br \/>dachte. Aber ich hab Probleme abzutauchen. Bin ich zu leicht? Zu wenig Blei? Schaffe es dann doch. Vor<br \/>lauter Angst nicht genug Luft zu kriegen, hab ich wohl meine Lungen voellig aufgepumpt.<br \/>Herrliche Unterwasserwelt! Hab sowas beim Schnorcheln schon gesehen, aber das Gefuehl, nicht<br \/>auftauchen zu muessen, um Luft zu holen, einfach unten bleiben zu koennen und in Ruhe alles betrachten<br \/>zu koennen, ist grandios. Ich bin, wie kann es anders sein, der Erste, dem die Luft ausgeht (da faellt mir<br \/>ein, dass ich zwar heute ein guter, angstloser Schwimmer bin, aber im Grunde immer Wasser gegenueber<br \/>vorsichtig war, hatte als Kind Angst und habe erst mit zehn oder gar noch spaeter schwimmen gelernt).<br \/>Sauge die Luft gierig ein....muss noch ruhiger werden.<br \/>Stolz bin ich trotzdem auf mich. Schaffe das Austarieren mit der Eigenluft, muss nicht ein einziges Mal Luft<br \/>in mein Jacket pumpen. Nach 40 Min auftauchen, Pause, 2. Tauchgang und bis 12 m.<\/p><p>Abends: Alle sind am Ende. Essen in Violas und Hana Lieblingskneipe am Strand, bei Fackellicht und<br \/>Musik. Richtige Chill-out Stimmung. Ich wuerde am liebsten dort in dieser Stimmung einschlummern.<br \/>Beschliessen noch, morgen einen Ausflug nach Panay zu machen. Ich freue mich, mal einen Tag aus dem<br \/>Touristenrummel rauszukommen. Aber darueber spaeter, jetzt geht\u2019s erst mal los.<br \/>Freitag, 2.6.2007<br \/>Bevor wir hierher kamen, dachten wir, uns wird es hier auf Boracay zu eng und zu langweilig, so dass wir<br \/>vielleicht oefter nach Panay schippern muessten. Ganz so ist es nun doch nicht, obwohl es schon recht<br \/>eng ist mit den hunderten von Resorts und Tauchbasen, den abertausenden von koreanischen<br \/>Flitterwoechnern etc. Langweilig ist es keineswegs. Aber einmal richtig eintauchen ins Landleben wollen<br \/>wir schon. Auf der Tauchbasis erzaehlt die \u201eSekretaerin\u201c (siehe dazu eigenes Kapitel) von Horum Horum,<br \/>einem Wasserfall mit \u201ePool\u201c, der per Jeepney und Dreirad erreichbar sei. Auch \u201eRonald\u201c, der engagierte<br \/>Mitarbeiter vom Willy\u2019s kennt und empfiehlt es. Also fahren wir nach dem Fruehstueck mit Badesachen<br \/>und langer Kleidung ausgeruestet zum Hafenterminal. Man kann Boracay nur von dort aus verlassen. Nur<br \/>zum Absetzen von ankommenden Gaesten werden auf Boracay die Stationen 1,2 und 3 angefahren. Auf<br \/>Panay stehen wir ein Weilchen in Caticlan am Hafen herum bis das Jeeepney voll ist, so eine Art<br \/>Sammeltaxi, herrlich individuell und knallbunt dekorierte kleine Busse, natuerlich alles open-air und nur mit<br \/>Dach und niederen Seitenwaenden, ausgestattet mit zwei langen Sitzbaenken und Platz fuer ca 20 \u2013 30<br \/>Leute (aber nur, wenn es kleine, schmale Philippinos sind).<\/p><p>Hier am Hafen liegt ein Schiff am Strand. Es sein beim Typhoon vor 4 Wochen wohl auf einen Felsen<br \/>aufgelaufen. Ein riesiges Loch klafft in der Bordwand und es liegt schraeg auf der Seite im Hafen am<br \/>Strand wie ein sterbender Wal. Aus einer Kneipe dringt schraeger Karaoke Gesang von einer eher<br \/>zwielichtigen Dame. Viola und ich (Rita) gehen im sogenannten Terminal noch zur Toilette. In der Halle<br \/>spielen \u201eSenior Philippino citizens\u201c eine sehr schoene Musik mit Geigen, Banjos etc.<br \/>Der Jeepney bringt uns zur \u201eLaserna Crossing\u201c. Hier geht es rechts ab zu einem Dorf. Dahinter liegt<br \/>Horum Horum. Auf der Fahrt bis zur Kreuzung geht es die Kuestenstrasse entlang, rechts die gruenen<br \/>ruecken der Berge, Bananen, Bambus, Papayas, Mangos; unten in der Ebene rechts der Strasse<br \/>Reisfelder mit Wasserbueffeln und Kuehen. Ueber den Bergen grollt Donner, aber wo wir sind, ist es<br \/>sonnig und klar. An der Kreuzung steigen wir aus. Ein Dreirad bringt uns zu den Wasserfaellen. Hier haben<br \/>ein paar Findige mehr oder weniger schoene \u201eNaherholungsziele\u201c fuer die Leute aus der Umgebung<br \/>gebaut, Quellwasser in grossen Schwimmbecken gefasst, aussen rum Tische und Stuehle. Alles ein<br \/>bisschen modrig. Wir lassen das hinter uns und laufen durch das Flussbett aufwaerts. Irgendwann sind da<br \/>ploetzlich drei Jungs, die uns nicht mehr verlassen und im dezenten Abstand vorweg laufen und uns so<br \/>halb fuehren. <br \/>Laufen nun auf einem Pfad parallel zum Fluss. Das Gruen um uns herum ist ueppig, aber nicht wirklich<br \/>Dschungel. Es sind alles Kulturpflanzen. Sehen u.A. zum ersten Mal Ananaspflanzen. Aus jeder Pflanze<br \/>waechst pro Jahr nur eine Frucht. Muehsam. Und wir essen die hier so gedankenlos kiloweise!<br \/>Zwischen den Kulturpflanzen ganz viel Schoenes: Bluehende Pflanzen, die man bei uns nur in<br \/>ausgesuchten Blumenlaeden findet, ueppig, im Ueberfluss. Josef fotografiert wie wild.<\/p><p>Unsere drei Jungs bedeuten uns, dass es weiter oben nochmal einen Pool gibt, aber einen natuerlichen .<br \/>Es ist gut heiss und klebrig, aber wir wandern wacker weiter. Das kleine Doerfchen (Melindo) ist herrlich \u2013<br \/>nicht eben malerisch, dafuer aber urspruenglich und spannend. Ein Mann sagt uns, es leben ca 300<br \/>Menschen hier. Es wirkt kleiner, aber es gibt auch entlegene Haeuser, die man nicht oder erst auf den<br \/>zweiten Blick sieht.<br \/>Nach dem Dorf geht\u2019s nochmal ca. 20 -30 min. Dann werden wir belohnt. Vor uns der natuerliche \u201ePool\u201c.<br \/>Einer der drei Jungs, der mutigste \u2013 so ne Art Lisa \u2013 springt von den umgebenden Felsen ins kuehle Nass.<br \/>Die anderen zwei schauen zu. Wir brauchen ein Weilchen, uns zu gewoehnen, Mut zu fassen. Ziehen uns<br \/>teilweise um und planschen schliesslich all \u2013 auch Viola, die sicher Muehe hat, ihr Unwohlsein angesichts<br \/>des vielen undurchsichtigen Gruens zu ueberwinden. Auch hat sie Hunger und Durst und wir haben nix<br \/>dabei. Das Wasser ist alle und da wir nicht wissen, was oberhalb von uns noch alles in den Fluss fliesst<br \/>(Wasse ist aber glasklar) oder faellt, trinken wir es lieber nicht. Dennoch tut uns allen das kuehle Wasser<br \/>gut. Die Kinder waren eben noch genervt, sind nun aber alle recht gluecklich. Unsere drei Fuehrer (der<br \/>eine ist 19 und geht Viola bis zur Brust oder so) ergoetzen sich an unserer Freude. <br \/>Nach einer Weile beschliessen wir, den Rueckweg anzutreten. Dieser ist lockerer. Uns ist nicht heiss, weil<br \/>wir mit nassen T-Shirts laufen. Die Sonne steht auch niedriger, und es geht bergab. Die Kinder springen<br \/>vorweg. Wir sehen herrliche Schmetterlinge. Riesig und bunt!<br \/>Die Geraeuschkulisse ist herrlich, wenngleich ich mich wundere, dass man so wenige Voegel sieht und<br \/>hoert. Aber das liegt wahrscheinlich an der Mittagshitze. Beim Aufstieg hatten wir im Dorf zwei Affen<br \/>gesehen. Sie waren angebunden und sassen auf einer langen Bambusstange zwischen zwei Baeumen.<br \/>Eine Frau erzaehlte Josef beim Abstieg, dass es auch auf Panay noch Affen gaebe, dass sie aber gejagt<br \/>und gegessen werden. Giftschlangen gaebe es auch jede Menge. Die Jungs zeigen uns eine angeblich<br \/>giftige Spinne, die ueber dem Weg in ihrem Netz lauert. Sie ist jedenfalls riesig und furchteinfloessend. Wir<br \/>kommen an einem Baum vorbei, auf dem rosafarbene Fruechte haengen. Die Jungen holen welche runter<br \/>und fuettern uns. Hab den Namen schon wieder vergessen. Sie wind ein wenig sauer, wohlschmeckend<br \/>und ca. 2-3 cm im Durchmesser. Der \u201eWilde\u201c klettert auf einen anderen Baum und holt noch eine Frucht,<br \/>die aussieht wie die stinkende Durian-Frucht, aber wohl eine andere Frucht sein soll. Die essen wir nicht.<br \/>Sie ist noch nicht ganz reif. Faris wirft um die Wette mit den Jungs Steine ins Flussbett. Dann zeigt er<br \/>ihnen wie man mit einem Grashalm pfeift. Nun troeten sie alle um die Wette. Wieder in Melindo<br \/>angekommen, entdecken wir ein Laedchen, das Essbares verkauft. Kaufen 5 Cola, 5 Keksriegel und 5<br \/>Paeckchen Erdnuesse fuer 72 Pesos (1,10 Euro!). Lungern um den Laden herum, waehrend wir essen<br \/>und trinken. Drinnen sitzen ein alter Mann und zwei alte Frauen; sie spielen Karten. Der Mann verkauft, die<br \/>eine Frau traegt das Verkaufte in eine schoene, altmodische Tabelle in ein Schulheft ein, die Dritte<br \/>kuemmert sich um\u2019s kassieren. Koestlich! So haben sie alle was zu tun. Die Haeuser hier, wie ueberall,<br \/>stehen auf Stelzen und sind ausschliesslich aus Bambus und Palmblaettern. Aus einem lunzeln Maenner<br \/>heraus. Sie sitzen um eine Pfanne herum und essen. Es ist wohl die Kueche. In einer grossen offenen<br \/>Feurerstelle prasselt ein Herdfeuer. Seltsam, dass nicht alles abfackelt. Einer bietet Josef Rum an. Spaeter<br \/>wird uns mehrmals Diverses angeboten. Wir glauben, die haben vor lauter Langeweile ein Alkoholproblem.<br \/>Kurz hinter Melindo sehen wir oberhalb des Weges ein paar Leute im Wald arbeiten, die wir schon auf<br \/>dem Hinweg beobachtet hatten. Nun geht Josef hin. Es handelt sich um ein junges Paar, sie schwanger,<br \/>die sich mangels Geld auf seinem elterlichen Land eine Huette bauen wollen, um ihre Familie zu gruenden.<br \/>Die Grundsteinlegung oder das Fundament besteht aus 2 Baumstaemmen, die im Abstand von ca. 5<br \/>Metern mehr oder wenig lommelig in die Erde gesteckt werden. Alle helfen. Sie, die junge Frau, ist <br \/>diejenige, die Josef von den Affen und Schlangen erzaehlt.<br \/>Als wir wieder in Horum Horum ankommen steht da noch immer unser Dreiradfahrer. Offenkundig hatte er<br \/>keine Sorge, dass ihm in der langen Wartezeit irgend ein andres lukratives Geschaeft durch die Lappen<br \/>geht. Klar! Josef hat ihm fuer beide Strecken 200 Pesos, ca. 3 Euro, gegeben.<br \/>Hier nun die Geschichte von Maryanne, der Skretaerin der Tauchbasis: Sie wollte mir nicht verraten, was<br \/>sie verdient, aber als ich ihr von der Tochter der Fischersfrau erzahlte, die angeblich 50 Euro \/ Monat fuer<br \/>\u201eHousesitting\u201c bekommt, glaubte sie das nicht, meinte, das sei sehr viel. Also schaetze ich, dass sie ca. 30<br \/>\u2013 35 Euro im Monat verdient. Sie arbeitet 6 Tage die Woche von 09:00 bis 17:00 oder 18:00 Uhr. Ihr Mann<br \/>arbeitet zwei Resorts weiter als Koch, sechs Tage die Woche von 14:00 bis 22:00. Er kommt nur zweimal<br \/>die Woche nach Hause nach Caticlan. Sie faehrt jeden Tag mit ihrem Segelausleger hin und her, um<br \/>Transportkosten zu spaeren. Wuerde sie mit der Faehre hin und her fahren, waere das jeden Tag<br \/>umgerechnet 1 Euro, fast ihr ganzes Gehalt. Sie hat fuenf Kinder, vom Saeugling bis zu 9 Jahren. Zwei<br \/>Dienstmaedchen (!) gucken nach ihnen. Was verdienen die dann wohl?? 5 Euro im Monat? Es gibt also<br \/>welche, die noch schlechter dran sind. Ist ja eigentlich klar. Denn, wer auf Boracay einen Job hat, der hat<br \/>Gueck und ist gut bezahlt. Was zahlen wir fuer einen Saft hier? Zwischen zwei und drei Euro. Was hat die<br \/>Uebernachtung in Manila gekostet? 150 Euro pro Nacht pro Zimmer? Dafuer muss die super gut<br \/>verdienende Haussitterin drei Monate arbeiten. Maryanne vielleicht vier bis fuenf Monate, ihre Maid<br \/>vielleicht zwei bis drei Jahre? Wow!<br \/>Die Rueckfahrt im Jeepney war voll und ramschig. Josef und Fufu standen hinten auf dem Trittbrett und<br \/>fanden es toll und abenteuerlich. Halten unterwegs in einem Doerfli. Ein junges Paerchen steigt aus und<br \/>raeumt seine ganze Aussteuer oder Wohnungeinrichtung vom Dach des Jeepney. Das Dorf ist ganz<br \/>huebsch und aufgeraeumt. Keine Schweine, keine Muellloecher, keine stinkende Koake. So geht\u2019s also<br \/>auch.<br \/>Auf der Faehre auf dem Rueckweg sitzt neben uns eine Englaenderin, viellicht so alt wie ich, aber ich<br \/>sehe, glaube ich, hoffe ich, nicht ganz so fertig aus. Sie hat zwei kleine Jungs dabei, deren aussehen uns<br \/>sagt, das ihr Papa Philippino ist. Mit rauchiger, heiserer Stimme, die ich ob des Motorenlaerms kaum hoere,<br \/>erzaehlt sie, dass sie vor 14 Jahren als Tourist kam und haengenblieb (wie Christian, der Tauchlehrer),<br \/>und nun mit ihrem Mann einen Pferdestall mit 14 Pferden hat. Die Hauptkundschaft sind diese dusseligen<br \/>Koreaner. Die haben die Insel vor ca. fuenf Jahren entdeckt und fallen seitdem heuschreckenplagenartig<br \/>mit, laut der Englaenderin, 10000 Mann pro Woche als Honeymooner fuer jeweils drei bis vier Tage ueber<br \/>Boracay her und machen im Schnelldurchlauf: Bananaboat, Paragliding, Jet-Ski, Dune-Buggie, Reiten,<br \/>Segeln, Island-Hopping und Tauchen durch. Unertraeglich! Auf ihr Konto geht auch die Tatsache, dass die<br \/>Palmhuetten immer mehr durch Betonburgen ersetzt werden. Man spuert sie nicht so sehr. Aber haetten<br \/>wir das vorher auch nur geahnt....besonders Josef, der Arme! Kommt fuer seinen kostbaren Urlaub aus<br \/>Seoul und ist umgeben von Koreanern. Naja, sie halten sich deutlich woanders auf als wir.<br \/>Kommen ca 18.30 an, essen im obligatorischen Jony\u2019s und fallen alle aufs Bett, luemmeln in den Abend.<br \/>Josef hat mich geaergert und muss nun allein nochmal los, Geld holen, was weiss ich. Trinken aber noch<br \/>ein Friednesbier auf dem Balkon, waehrend ich schreibe.<br \/>Samstag 3.6.06<br \/>Zwei Tauchgaenge, damit war der Tag auch schon ausgefuellt.<br \/>1. Crocodile Island \u2013 es gibt dort keine Krokodile, aber herrliche Korallen, 18 m tief, Hoehle,<br \/>Anglerfisch, Steinfische, grosser Kofferfisch.<br \/>2. Friday Rock. 18 m, fuer alle \u2013 auch die erfahrenen Taucher \u2013 eine aussergewoehnliche Sicht.<br \/>Feuerfische, Fische fuettern...es zuppelt harmlos, aber was passiert, wenn der Drueckerfisch,<br \/>dessen Zaehne man sieht, auch hungrig wird? Moraene, ein Schwarm 50 langer Fische,<br \/>Sandaale.<br \/>Sonntag 4.6.2006<br \/>Viola und ich haben unsere Open Water Diver Pruefung bestanden.<br \/>Heute duempel wir herum. Es ist bewoelkt und windig. Hana und Faris spielen am Strand. Sind das erste<br \/>Mal nicht dick eingeschmiert und Hana holt sich wider Erwarten und trotz Bewoelkung einen schrecklichen<br \/>Sonnenbrand, verbrennt sich dermassen, dass das Gesicht Blasen wirft. Rita hat ein ganz, ganz<br \/>schlechtes Gewissen, dass sie sie nicht besser geschuetzt hat. Am Flughafen in Caticlan sitzt sie vor dem<br \/>Ventilator, weil es so brennt, dass sie es kaum aushaelt.<br \/>Wir sind mittlerweile wieder in Manila im Shangri-la fuer ein paar Stunden. Der Hotelarzt kommt und traegt<br \/>ihr ganz dick silberhaltige Verbrennungssalbe auf die Wangen auf.<br \/>Gestern Abend, an unserem letzten Abend auf Boracay, haben wir noch die Fledermaeuse beobachet.<br \/>Diese ziehen in der Daemmerung vom Tagesplatz zum Schlafplatz, 60 - 70 cm Fluegelspannweite (wie<br \/>Indonesien), fliegen sie in etwa 20 -30 m Hoehe ueber uns hinweg.<br \/>Rita und die drei Kids fliegen mit LH ueber Guangzhou nach Frankfurt. Verabschieden uns am Flughafen,<br \/>und ich fahre nochmal in die Stadt. Bin mit Josie Lape und Johnny (?) von Hyatt, unserem Vertreter zum<br \/>Abendessen verabredet. Die meinen es gut mit mir und gehen in die Schwarzwaldstube mit mir essen.<br \/>Dort gibt\u2019s Oettinger Hefe Weissbier! Kontrastprogramm!<br \/>Anschliessend zurueck zum Flughafen und mit dem Flieger nach Seoul.<br \/>Ein schreckliches Gefuehl, die Familie nach Westen fliegen zu lassen uns selbst nach Osten zu fliegen!<\/p>","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=182"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":183,"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/182\/revisions\/183"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/71"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rijo-travel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}